I. Schüler - Gruppenstunde
2017/2018

am 17. März 2018
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Musiktheoretische Grundlagen zum Anfassen
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  Video: Impressionen zur I. Schüler-Gruppenstunde 2017/2018. Das Video erhebt in seiner Kürze nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Auch aus technischen Gründen konnte leider nicht von allen SchülerInnen ein Beitrag in diesem Video erscheinen. So fehlt beispielsweise auch der Vortrag von Valentin, der in dieser Gruppenstunde den in musikalischer Hinsicht besten Beitrag geliefert hat. Das Programm zur I. Schüler-Gruppenstunde 2017/2018
Diese Schüler-Gruppenstunde dauerte von 10:00 bis 13:30 und beinhaltete, wie so oft im Rahmen dieser Veranstaltung, einen theoretischen, einen praktischen und einen vortragsbezogenen Abschnitt. Hier, in dem zuletzt genannten Zeitabschnitt, konnten sich alle SchülerInnen mit den Werken, die sie in den letzten Monaten gelernt hatten, ausprobieren. In dieser angenehmen und ungezwungenen Atmosphäre bereiten wir uns bereits auf das im Sommer stattfindende Schülerkonzert vor.

Nebenstehend sehen Sie das 'Theorieblatt' - Gegenstand der ersten beiden Zeitabschnitte dieser Schüler-Gruppenstunde. Vornehmlich ging es um das wesenhafte Erfassen aller Tonintervalle (abgeleitet vom lat. 'intervallum' = Zwischenraum oder Abstand). Gemeint ist hier der Klangcharakter von zwei gleichzeitig oder aber auch unmittelbar nacheinander erklingenden Tönen. Man unterscheidet hierbei grundsätzlich zwischen konsonanten und dissonanten Intervallen. Konsonante Intervalle sind vollkommen in sich ruhende Zweiklänge während dissonante Intervalle ein Auflösungsbestreben haben. Sie ruhen nicht in sich sondern sind mehr oder weniger 'auf dem Wege'. Unter den konsonanten Intervallen unterscheidet man zusätzlich zwischen vollkommenen und unvollkommenen Konsonanzen. Vollkommen konsonante Intervalle sind: Prime, Quinte und Oktave. Unvollkommen konsonante Intervalle sind: Große und kleine Terz sowie große und kleine Sexte. Auch die Quarte gehört seit der Renaissance im 14. Jahrhundert zur unvollkommenen Konsonanz, vorausgesetzt sie erklingt, beispielsw. im dreistimmigen Satz bei Palestrina oder Josquin Desprez, als Sextakkord ( z.B. A - c - f ). Hier wird die Quarte durch den Sextklang quasi 'abgedeckt'. Die reine Quarte hingegen galt bei den Renaissance-Meistern als dissonant. Dies ist heute nur stilgebunden nachvollziehbar. Dissonante Intervalle sind: Große und kleine Sekunde, sowie große und kleine Septime: Der sogenannte Tritonus galt in der Renaissance als 'diabolus in musica' (der Teufel in der Musik) und wurde grundsätzlich vermieden. Der Tritonus ist zweifellos das dissonanteste Intervall. Es ist das Symmetrieintervall des Oktavraumes, d.h. es teilt die Oktave räumlich in zwei gleiche Teile und musiktheoretisch in eine übermäßige Quarte und eine verminderte Quinte (z.B. c - fis - c).

Das Ziel der Schüler-Gruppenstunde war das auditive Erkennen aller Intervalle innerhalb der Oktave sowie die Bildung derselben am Klavier. Auch die korrekte Bezeichnung der Intervalltöne wurde anhand von Beispielen erläutert.

Vertieft wurde in dieser Gruppenstunde auch das unterscheidende Hörvermögen der SchülerInnen in Bezug auf Dur und Moll: Sehr verbreitet ist immer noch die falsche Denkweise: Dur = fröhlich oder heiter und Moll = traurig oder ernst - eine Denkweise die wir u.a.durch Mozarts 'Alla turca' leicht korrigieren konnten: Zwischen dem Charakter eines Werkes und dem Klangcharakter desselben muß deutlich unterschieden werden können.
 
Für Elise in Dur und Moll
Dadurch, daß allen SchülerInnen die gleichen Lerninhalte vermittelt werden, entsteht ein stärkeres Miteinander. Die SchülerInnen helfen sich auch untereinander und vertiefen so nochmals das selbst gelernte.

Lernen durch praktisches Tun, wird auch in den zukünftigen Gruppenstunden verstärkt die Devise sein: Zwischen Dur und Moll kann erst zuverlässig unterschieden werden, wenn vorher mit eigenen Händen und Sinnen Skalen- und Akkordstrukturen diesbezüglich zusammengesetzt wurden.

Genau dafür müßten sich Menschen mit einem Bildungsauftrag mehr Zeit nehmen dürfen, denn wahres Lernen ist Erleben. Dann passiert auch das 'Merken' ganz zwanglos von selbst und das Er- lernte, lebte wird nicht mehr so leicht vergessen werden.
Klicken Sie auf das obenstehende Bild und Sie hören das kleine Beethoven-Rondo 'Für Elise' - auch als 'Bagatelle' bekannt, versetzt in das gleichnamige A Dur . Es eröffnen sich ungeahnte Klangräume ...

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